Vorhofflimmern: Frühzeitige Diagnose und integrierte Behandlungsansätze verbessern Patientenversorgung und können Lebenserwartung erhöhen

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Ein neuer Bericht von Biosense Webster analysiert die derzeitige Versorgungssituation in Europa und zeigt die langfristigen Effekte der aktuellen Behandlungsoptionen


Norderstedt, Deutschland – 19. November 2019 – Biosense Webster, ein Geschäftsbereich von Johnson & Johnson Medical Devices Deutschland und eines der führenden Unternehmen in der Entwicklung innovativer Technologien für die Behandlung von Herzrhythmusstörungen, hat in dieser Woche den Bericht Atrial Fibrillation Management veröffentlicht. Dieser erläutert die verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten für Vorhofflimmern sowie die langfristigen Auswirkungen auf klinische, patientenbezogene und wirtschaftliche Ergebnisse.

Europaweit sind 11 Millionen Patienten von Vorhofflimmern betroffen. Die Erkrankung ist durch einen unregelmäßigen und oft schnellen Herzrhythmus gekennzeichnet.1,2 Diese Arrhythmie kann zu schwerwiegenden gesundheitlichen Komplikationen wie Blutgerinnseln führen. Das Risiko für Herzinsuffizienz und Schlaganfall steigt um den Faktor 5 bzw. 2,4.3 Die frühzeitige Erkennung von Vorhofflimmern und ein rechtzeitiger Behandlungsbeginn können jedoch das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen und so die Lebensqualität der Patienten und die allgemeine Lebenserwartung erhöhen.4

Der Bericht Atrial Fibrillation Management ist eine Analyse unabhängiger Studien zu den aktuellen Behandlungsmöglichkeiten für Patienten mit Vorhofflimmern, darunter Antiarrhythmika und Katheterablation. Die Ergebnisse zeigen, dass nur etwa die Hälfte der mit Antiarrhythmika behandelten Patienten (52 %) erfolgreich therapiert wird.5 Dennoch erhalten lediglich 4 % der geeigneten Patienten eine Katheterablation.6 Laut ATTEST-Studie ist diese allerdings fast 10-mal effektiver als eine medikamentöse Therapie mit Antiarrhythmika.7 Insgesamt erwies sich die Katheterablation als eine hochwirksame Behandlungsoption. So belegen die Daten:

  • Eine bis zu 46 % geringere Inzidenz von Tod, Schlaganfall, Herzstillstand und Krankenhausaufenthalten bedingt durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen über 7 Jahre im Vergleich zu Antiarrhythmika.8,9
  • Einen dauerhaften Behandlungserfolg: 94 % der Patienten waren nach 1 Jahr ohne Rezidiv10-19; bei 48 % traten auch nach 4 Jahren keine Arrhythmien auf.20
  • Eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität der Patienten (37 % im Vergleich zu 18 % bei Antiarrhythmika).20, 21
  • Einen geringeren Bedarf an ungeplanten Arztbesuchen (bis zu 80 %)22 und langfristige Kosteneinsparungen von 35 %.23

„Es gibt einen großen ungedeckten Behandlungsbedarf für Vorhofflimmern. In Deutschland erarbeitet die Arbeitsgruppe Elektrophysiologie Rhythmologie (AGEP, AG1) der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) Leitlinien und Positionspapiere bzw. Kommentare zu internationalen Leitlinien, um die Patientenversorgung nachhaltig zu gewährleisten und zu optimieren“, so Prof. Dr. Philipp Sommer, Sprecher der AGEP. „Der aktuelle Bericht erinnert zur rechten Zeit an das lebensverändernde Potenzial von Eingriffen zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen, z. B. der Katheterablation, um zum einen die Symptomatik der Patienten zu verbessern, zum anderen aber bei bestimmten Patienten das Risiko schwerwiegender Folgen von Vorhofflimmern wie Schlaganfall, Demenz, Herzinsuffizienz und Tod zu verringern.“

Vorhofflimmern ist eine wachsende Epidemie, die eine enorme finanzielle Belastung für die Gesundheitssysteme in Europa darstellt.24 Bis 2030 wird die Zahl der Patienten mit Vorhofflimmern voraussichtlich um bis zu 70 % steigen.25 Verglichen mit anderen Regionen der Welt wird Europa bis 2050 den größten Anstieg von Patienten mit Vorhofflimmern verzeichnen. Dies ist auf Faktoren wie Wirtschaftswachstum, eine alternde Bevölkerung und eine erhöhte Prävalenz von Vorhofflimmern-Risikofaktoren in westlichen Ländern zurückzuführen.26

Eine vollständige Version des Berichts und der Begleitmaterialien, einschließlich einer Infografik, ist verfügbar unter:

Link zum Bericht “Atrial Fibrillation Management”

Link zu der „Infografik Vorhofflimmern“

Universitätsprofessor

Universitätsprofessor Dr. med. Philipp Sommer, Direktor der Klinik für Elektrophysiologie/Rhythmologie am Herz- und Diabeteszentrum NRW, Bad Oeynhausen und Sprecher der Arbeitsgruppe Elektrophysiologie Rhythmologie (AGEP) der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK)

 

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ANMERKUNGEN FÜR REDAKTIONEN

Über Vorhofflimmern
Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung (Arrhythmie).1 Sie tritt auf, wenn sich die beiden oberen Herzkammern (Atrien bzw. Vorhöfe) zu schnell oder unkontrolliert zusammenziehen.2 Die Herzfrequenz wird durch elektrische Impulse gesteuert, die die Herzkontraktionen koordinieren.27 Bei Vorhofflimmern sind diese elektrischen Impulse unregelmäßig, sodass sich die beiden Herzkammern (Atrien bzw. Vorhöfe) unkoordiniert zusammenziehen.2 Dies führt zu einem unregelmäßigen und oft schnellen Herzrhythmus, der sich wie ein Flattern anfühlen kann. Wenn das Herz unregelmäßig schlägt, pumpt es das Blut nicht so effizient, wie es sollte. Dies kann dazu führen, dass man sich krank fühlt oder andere Vorhofflimmer-Symptome verspürt, weil Sauerstoff nicht richtig an alle Teile des Körpers abgegeben wird. Vorhofflimmern an sich ist nicht lebensbedrohlich. Es ist jedoch wichtig, einen Arzt aufzusuchen, um die richtige Behandlung zu erhalten. So lassen sich nicht nur die Symptome kontrollieren, sondern auch schwerwiegendere Folgeerkrankungen wie Schlaganfälle verhindern.3 Vorhofflimmern ist ein häufiges Gesundheitsproblem, von dem 11 Millionen Patienten in Europa1 betroffen sind. Es tritt mit zunehmendem Alter immer häufiger auf. Bei 1 von 4 Menschen über 40 wird wahrscheinlich im Laufe des Lebens Vorhofflimmern auftreten.28 Die Ursachen von Vorhofflimmern sind nicht immer bekannt und können komplex sein.4, 29, 30 Risikofaktoren, die zur Entstehung von Vorhofflimmern beitragen können, sind Herzkrankheiten, Alter, familiäre Häufung, Bluthochdruck, Alkoholkonsum, Fettleibigkeit und andere chronische Erkrankungen.4, 31

Über Johnson & Johnson Medical Devices Companies
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Über Biosense Webster, Inc.
Biosense Webster, Inc. ist Teil der Johnson & Johnson Medical Devices Companies und eines der weltweit führenden Unternehmen in der Entwicklung innovativer Technologien für die Behandlung von Herzrhythmusstörungen. Erfahren Sie mehr unter www.biosensewebster.com.

 

Referenzen

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  3. Odutayo A, Wong CX, Hsiao AJ, Hopewell S, Altman DG et al. (2016) Atrial fibrillation and risks of cardiovascular disease, renal disease, and death: systematic review and meta‐analysis. BMJ 354 i4482.
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